Pflügelehrgang vom 14./15. Oktober 2006

         

An der letzten Generalversammlung wurde der Wunsch geäussert, einmal etwas in Sachen Pflügen mit Pferden zu unternehmen. Es sollte eine kurze Einführung in die Thematik geben und vielleicht noch eine praktische Übung. Was sich einfach anhörte, stellte sich beim Organisieren als ziemlich schwierig heraus. Ein Kursleiter war nämlich nirgends zu finden. War das Wissen um die Kunst mit Pferden einen Acker zu bestellen tatsächlich schon verloren?

Eine Anfrage beim IGZ-Verantwortlichen fürs Pflügen brachte uns endlich weiter. Gerne war man aus Deutschland bereit, einen Pflügelehrgang in der Schweiz zu leiten. Herr Werner Goller sollte uns instruieren. Nun galt es das nächste Hindernis zu überwinden. Da sich viele Einspänner-Gespanne auf dem Platz befinden würden, musste man geeignete Pflüge finden. Die in der Schweiz weit verbreiteten Brabanter-Wendepflüge oder Selbsthalter, wie sie auch genannt werden, waren für diesen Zweck zu schwer. Eine monatelange Suche nach einfachen Beetpflügen endete schliesslich in einem Hilferuf nach Deutschland. Wieder erklärte sich Herr Werner Goller bereit, geeignete Pflüge aufzutreiben. Tatsächlich konnten wir dann eine Woche vor dem Lehrgang, der inzwischen ausgebucht war, die Pflüge abholen.

Nun konnte es also losgehen. Mit dem Gelände des Gutsbetriebes im Reusspark Niederwil hatten wir nicht nur die perfekte Anlage um den Kurs durchzuführen, wir trafen dort auch überall auf verständnisvolle Menschen, welche unser Anliegen tatkräftig unterstützten, allen voran der Gutsbetriebsverwalter, Peter Stadler, welcher schon im Vorfeld einiges in die Ackerflächenvorbereitung investieren musste.

Neugierig scharten wir uns also am Samstamorgen um die Pflüge, wo uns Werner die wichtigsten Bestandteile erklärte. Bald darauf hiess es schon anschirren und rauf auf den Acker für die ersten Trockenübungen. Das Pferd muss sich zuerst an seine Aufgabe gewöhnen und sollte erstmals ohne Pflug lernen in der Furche zu gehen. Nach dem leckeren Mittagessen stand die Theorie auf dem Plan. Wir lernten den Unterschied zwischen Zusammenschlag und Auseinanderschlag, wie man korrekt ein Beet pflügt, usw. Später gings wieder raus aufs Feld und jeder konnte mit seinem Gespann pflügen. Natürlich hatte jeder mindestens einen Helfer dabei. Werner feilte hier, gab Tipps dort und wachte überhaupt aufmerksam über sein Pflüger.

Nach dem wohlverdienten Abendessen gabs noch einen Diavortrag mit Bildern von den grossen Meisterschaften und so manch einer der sich am Nachmittag noch wie ein Held vorgekommen war, schaute andächtig auf die akkurat gezogenen Furchen. Der Ansporn für den morgigen Tag war also gegeben.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der praktischen Arbeit. Begonnen beim korrekten ausmessen eines Beetes für Wettbewerbe, dem ziehen der ersten Furche bis hin zum Aufschnaufen, nachdem der Pflug ein letztes Mal aus der Furche gehoben wurde. Für Pferde und Fuhrleute wars ein abwechslungsreiches und spannendes Wochenende. Alle haben einen Eindruck davon bekommen, was es heisst, mit seinem Pferd zu pflügen. Der eine oder andere Teilnehmer wird bestimmt wieder mal seine Rösser vor den Pflug spannen und vielleicht gibt’s im nächsten Jahr einen Fortsetzungskurs.

Andrea Schuler

         
Hier noch einige Impressionen: